Kirchenkreis bringt ganz viel Licht in den grauen Januar

Fast 2000 Menschen besuchen Veranstaltungen in der Wiesenkirche – Superintendent Tometten in sein Amt eingeführt

Von Hans-Albert Limbrock
Soest/Arnsberg. Das Schöne am Licht ist, dass es so einfach zu bedienen ist: Man drückt einen Schalter – und schon geht es an, wenn es nicht gerade einen Kurzschluss gegeben hat oder die Glühbirne kaputt ist. Wenn ein ganzer Kirchenkreis im Licht erstrahlen soll – noch dazu „In neuem Licht“ - dann ist das natürlich ein ungleich komplexerer Vorgang; da reicht es nicht, einfach nur einen Schalter anzuknipsen.
Umso ermutigender und zukunftsweisender ist es da, dass der vereinigte Kirchenkreis Soest/Arnsberg mit seinen Veranstaltungen am ersten Wochenende im neuen Jahr ganz viel Licht in den ansonsten bisher so trüben und grauen Januar ausgesandt hat.

 Einzug

Während am Samstag in der Doppelveranstaltung „Leben zwischen Urknall und Auferstehung“ Licht, Musik und meditative Texte die Besucher in ihren Bann zogen, stand im Vereinigungsgottesdienst die Einführung des Superintendenten Dieter Tometten und des Kreissynodalvorstandes im Mittelpunkt.
Mit fast 800 Besuchern kam die Wiesenkirche dabei an ihre Kapazitätsgrenzen. Und so mancher musste dabei die leidvolle Erfahrung machen, dass in der Tat derjenige bestraft wird, der (zu) spät kommt; zwei Stunden Gottesdienst im Stehen verlangen einiges ab.

Die vollbesetzte Kirche lag auch an dem großen Einsatz von Musikern: Über 100 Sängerinnen und Sänger beider Kirchenkreise hatten sich unter Leitung von Kreismusikdirektor Gerd Weimar und den Kreiskantoren Annette Elisabeth Arnsmeier sowie Roger Bretthauer zum großen Chor formiert. Nicht viel weniger Musiker dirigierte Landesposaunenwart Ulrich Diekmann im großen Bläserchor. Und als dritten musikalischen Farbtupfer gab es dann noch die HUGO-Band der Jugendkirche mit Jan Primke.

GodiFür Alfred Hammer, den langjährigen Superintendenten des Kirchenkreises Arnsberg, der den ersten liturgischen Part übernahm, war der Vereinigungsgottesdienst auch so etwas wie ein Abschiedsgeschenk: „Das ist eine große Ehre für mich und ich muss zugeben, dass ich schon ein wenig angespannt bin.“ Bereits im Dezember war Hammer, der den Zusammenschluss in den vergangenen Jahren mit viel persönlichem Einsatz und empathischer Überzeugungskraft vorangetrieben hatte, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden.
Zu Beginn des Gottesdienstes zitierte er aus dem Buch Johannes und vertiefte somit das Motiv „In Neuem Licht“ auch biblisch: „Denn die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt.“ Hammer nutzte die Gelegenheit auch, um sich beim Kreissynodalvorstand „für die gemeinsame Wegstrecke“ zu bedanken und wünschte den Verantwortlichen „viel Licht und Kraft, um den neuen Kirchenkreis gut zu leiten zu führen.“
Da Präses Annette Kurschus kurzfristig aus familiären Gründen absagen musste, sprang der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Ulf Schlüter, ein und hielt die Predigt des Festgottesdienstes. Beeindruckend, wie es ihm gelang, den Bogen, von der Raumstation ISS und ihrem deutschen Astronauten Alexander Gerst bis hin zur Vereinigung der beiden Kirchenkreise zu spannen. Sympathiepunkte sammelte der Mann aus Bielefeld zusätzlich, als er zweimal die Namen aller 31 Kirchengemeinden aufzählte: „Morgen kann ich das auswendig.“
Seine Predigt machte angesichts der anstehenden Aufgaben in jedem Fall viel Mut: „Wir leben in erleuchteten Zeiten. Die Lichter setzen wir selbst an den Himmel. Aber es kommt auch darauf an, in welchem Licht wir Gott und die Welt sehen.“

SegenUlf Schlüter führte während des Gottesdienstes auch den neuen Kreissynodalvorstand sowie Dieter Tometten als Superintendenten ein.
Mit einer abschließenden Lichtaktion, die aus dem Samstag-Programm stammte, endete der Gottesdienst. Ein starkes Bild mit großer Symbolkraft gab es dann zum Abschied: Vertreter der 31 Kirchengemeinden zogen mit ihren erleuchteten Osterkerzen durch den Mittelgang aus der Kirche und brachten so das neue Licht in den Kirchenkreis. Dass der scharfe Januarwind draußen vor der Kirchentür die Flammen ausblies, sollte nicht als schlechtes Omen für den Kirchenkreis Soest/Arnsberg gewertet werden.
In der benachbarten Diakonie fand anschließend noch ein formloser Empfang statt.

 

 

 

 


 

Große Lichtinszenierung in Soester Wiesenkirche am Vorabend des Vereinigungsgottesdienstes

Mit viel Licht Leben in Szenen gesetzt
Leuchtender Auftakt für neuen Kirchenkreis
Von Kathrin Koppe-Bäumer

Soest/Arnsberg. Vom Urknall bis zur Auferstehung – der neue Evangelische Kirchenkreis Soest-Arnsberg hat mit einer beeindruckenden, farbenfrohen Klang-Licht-und Musik-Inszenierung in der Wiesenkirche einen beeindruckenden Auftakt vor den Gründungsgottesdienst gesetzt, der einen Tag später, am Epiphaniastag, am selben Ort gefeiert wurde.
1000 Besucher und Besucherinnen sahen und hörten, wie Leben in all seinen Facetten im Lichte Gottes gedeutet wurde. Die Veranstalter, kreative und einfallsreiche Fachkräfte der drei Jugendkirchen und einige Pfarrer und Pfarrerinnen aus beiden Kirchenkreisen, freuten sich, dass sie so viel Menschen mit ihren Ideen ansprechen konnten.
Licht700 Jahre Geschichte haben sich zwischen den Wänden, unter den Gewölben, gespiegelt von den farbenfrohen Fenstern der Wiesenkirche, abgespielt. Einiges davon leuchtete an diesem Abend auf, erklang in Worten und Musik. Digitale Lichtkunst stand dabei im Vordergrund. Die Menschen in den Bänken hoben ihre Köpfe, verfolgten die Lichtbilder und versuchten, flüchtige Momente fotografisch festzuhalten.
Die Farben des Regenbogens im gotischen Kirchraum. Mehr als 70 Scheinwerfer waren in allen Ecken, unter vielen Säulen, vor den Altären und Kunstwerken aufgebaut. Violette, blaue, grüne, rote, orange und gelbe Strahlen wanderten über die Wände, das Deckengewölbe und den Steinboden.
Die Lichtbilder lagen, standen auf, bündelten und verzweigten sich, strahlten wie Buchstaben, wie Regentropfen, wie Wasserfluten oder einzelne Blüten von oben herab. Mancher sah zum ersten Mal in diesem Licht die Schönheit eines Fensterrahmens, die feinen Gesichtszüge eines Engels, den goldbesetzten Hauptaltar oder den Christus, der vom Seitenaltar segnend die Arme hebt.
Knappe und knisternde Worte hatte das Team für 14 Lebensstationen gefunden: Der todbringenden Finsternis setzt Gott lebensnotwendiges Licht entgegen und die Welt bekommt ein grünes Kleid. Der Mensch wächst auf: behütet als Säugling, entdeckend als Krabbler - im Zwiespalt mit sich selbst in der Pubertät. „Ohne Liebe geht gar nichts“, heißt es mehrmals. Sie wird verstanden als Grund für den Urknall: „Eine oder Einer oder Beide in einem haben sich in eine Idee verknallt und die erste Zutat war die Liebe.“
Weiße Laserstrahlen zerschnitten wie Degen die Luft: Abel tritt auf, der Kain erschlägt und im Toten sich selbst erkennt. Die biblische Geschichte in neuem Licht zeigt, dass nicht nur der Täter schuldig sein muss, sondern auch in seinem Opfer Schuldfähigkeit angelegt sein kann. In Licht der Auferstehung scheinen am Ende Alter und Tod auf: Geliebte wiedertreffen in einer Welt ohne Hierarchien, dem Licht entgegen gehen, das birgt und erleuchtet.
Die Stimme von Pfarrerin Lilo Peters aus Lippstadt erklang im Wechsel mit Rainer Müllers Bass. Biblische, poetische und selbst verfasste Texte interpretierten sich gegenseitig, ergänzten und durchdrangen sich.
 

Lahoud

Klarinette

Der Sänger Rabih Lahoud und die Klarinettistin Tara Bouman ließen spontan ihre Musik aus den Gängen, von hinten und von vorne erklingen. Reagierten auf die Worte und das Licht: Glucksendes Säuglingsgebrabbel, Instrument und Stimme im Dialog, Jubeln, Klagen, Stöhnen, wütendes Aufbegehren. Orientalisch anmutende Melodien, die in Halbtonschritten bergauf –und bergab, in Kreisen und Wellen durch die Kirche fluteten, flüsterten und schrien. Aufgefangen, unterbaut, im Wettstreit und versöhnt mit den vielfältigen Klängen aus hohen und tiefen Klarinetten.

Eine große Veranstaltung. „Zu recht“, befand eine Frau aus Arnsberg: „Es ist ja auch etwas Großes, wenn zwei Kirchenkreise sich vereinigen“.  Die Veranstaltung ist gelungen, weil Menschen aus beiden Kirchenkreisen ihre Gaben einbrachten, mit Fachkräften aus der Musik und der Lichttechnik zusammenarbeiteten und sich auf einen offenen Prozess einließen. Ein Zukunft eröffnendes  Modell für die künftige Arbeit im Evangelischen Kirchenkreis Soest-Arnsberg. 

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Gottesdienstzeiten

Sonntags

10.00 Uhr in der Christuskirche

An Feiertagen gelten gelegentlich Sonderzeiten.

 Öffnungszeiten der Christuskirche

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